Ist der Hund wirklich das was er frisst?

Kaum ein Thema scheidet die Geister unserer Frauchen und Herrchen mehr als, das was bei uns Vierbeinern in den Napf soll (ein Napf ist nicht genug - mein Napf ist die ganze Welt - von Floritto il Casanova )… es gibt richtige Ideologien und Meinungen, von denen sich so schnell kein Zweibeiner abbringen lässt …
Frauchen und Herrchen entscheiden so zu sagen was uns schmecken soll … allein dieser Gedanke muss Hund sich erst einmal durch den Kopf gehen lassen …
Wie ist das bei euch – wer entscheidet das in euren Hundehütten? Du als Hundekumpel oder dein Dosenöffner, Trockenfuttereinstreuer , Fleischauspacker oder Koch bzw. Köchin?
Womit wir wieder beim Thema wären …
Es gibt verschiedenste Arten in welcher Form wir unser Fressen vorgesetzt bekommen können … da gibt es:
  • Trockenfutter
  • Dosenfutter (Nassfutter)
  • BARF
  • Selbstgekochtes Fressen
  • Selbstgefangenes Fressen (wie Mäuse, Ratten usw.) - von Zweibeinern nicht so gerne gesehen
  • Selbstgestohlenes menschliches Fressen (meist sehr lecker und reizvoll) - na ja ich fnde ja den Ausdruck “weggefundenes Fressen” schöner – auch diese Art der Nahrungsbeschaffung ist bei den Menschen nicht so beliebt …
  • Vegetarisches und Veganes-Fressen (alleine darüber nachzudenken ist schon schlimm genug für mich )

Jetzt wollen wir uns mal die verschiedenen Fressen etwas genauer ansehen:

Gut zu wissen …
  • Der Haushund ist ein Vertreter der zoologischen Ordnung Carnivora (Raubtiere). Der Begriff Carnivor kommt aus dem Lateinischen Carnis (Fleisch) und vorare (verschlingen) und bezeichnet somit die zoologische Klassifikation und auch die Ernährungsweise. Dem gegenüber stehen die Pflanzenfresser(Herbivora) und die Allesfresser (Ommivora). Raubtiere ernähren sich typischerweise von Beutetieren, weshalb sie allgemein als Fleischfresser gelten. Jedoch sind die Tierarten der Ordnung Carnivora nicht zwangsläufig Fleischfresser: Die zoologische Einteilung erfolgt primär anhand morphologischer und anatomischer Merkmale und nicht anhand der Art der Ernährung.
  • Der Wolf und der Hund sind keine strikten Fleischfresser. Nach ihrer Ernährungsweise können sie als „Carni-Omnivora" bezeichnet werden, also als Allesfresser, die sich überwiegend von tierischer Nahrung ernähren. Das bedeutet, dass sie auch pflanzliche Kost fressen bzw. fressen können.
  • Der Hund ist kein reiner Fleischfresser! Sondern ein Allesfresser, der sich vorwiegend von tierischer Nahrung ernährt.
  • Das Hundegebiss ist noch immer optimiert aufs Zupacken, Reißen und Zerkleinern, (erwachsener Hund 42 Zähne), der pH-Wert des Magens liegt mit unter 1 klar im sauren Bereich und ist damit deutlich saurer als der pH-Wert eines Allesfresser-Magens.
(Quelle Dr. Julia Fritz Fachtierärztin für Tiernährung und Diätetik)
  • Alleine bei diesen Tatsachen sollte Frauchen oder Herrchen eine reine vegetarische bzw. vegane Ernährung von uns Vierbeinern überdenken … (wer etwas mehr darüber wissen möchte sollte sich einmal einen recht interessanten Artikel durchlesen – von Dr. Jasmin Montag, Ökotrophologin und ATN-Dozentin) - dazu der passende Link:

Was gehört nun in ein Hundefutter? (egal in welcher Form und Art gefüttert wird)- Achtung gilt für einen erwachsenen Hund :

  • Proteine (Eiweiß) (Fleisch Nebenprodukte, Schlachtung) – 35 bis 45 %
  • Kohlenhydrate (Reis, Nudeln, Kartoffeln, Haferflocken) – 45 bis 55 %
  • Fett (Pflanzenöle, Schmalz, Talg) – 5 %
  • Rohfaser („ Ballaststoffe“) ( Gemüse, Weizenkleie, Gras) – 5 %
  • Mineralstoffe (Mischungen) -0,5 g vitaminierte Mineralfutter pro Kilogramm Körpermasse (wichtig!
  • Vitamine (Mischungen)
  • Spurenelemente (Mischungen)
  • Viele Zweibeiner kritisieren, Fertigfutter enthalte Zucker, Geschmacksverstärker und Farbstoffe. Weiterhin bestehe es hauptsächlich aus Schlachtabfällen. Diese Kritik ist nur teilweise gerechtfertigt. Es gibt hochwertiges Hundefutter, auf die das Genannte überhaupt nicht zutrifft. Dazu musst du verstehen, was in Deutschland als „Schlachtabfälle“ gilt.
  • Zu Tierfutter darf man in Deutschland nur sogenanntes Kat.3-Material verarbeiten. Dies ist ein Nebenprodukt der Schlachtung, das täglich tonnenweise anfällt. In der Regel sind dies hochwertige tierische Bestandteile. Sie sind genießbar und gesund und sollten nicht achtlos weggeworfen werden. Als „Abfall“ gelten sie nur deshalb, weil nicht ausreichend Nachfrage nach diesen Teilen herrscht. Sie fallen aber dennoch als Nebenprodukt gefragter Tierteile an.
  • BARF = „Born-Again Raw Feeders“ (‚wiedergeborene Rohfütterer'), eine Bezeichnung, die auch den ideologischen Aspekt dieser Bewegung verdeutlichte, „Bones And Raw Foods“ (‚Knochen und rohes Futter')
  • BARFen, also die Roffütterung, ist ein weiterer Weg, deinen Hund zu ernähren und das Futter selbst herzustellen.
  • Willst du dieses Ziel angehen, so ermittle zuerst den Nährstoffbedarf deines Hundes. Hier geht es um die Menge: Wie viel muss dein Hund essen, um ein gesundes Gewicht zu halten? Neben Rasse, Alter und Größe deines Hundes wird sein Nahrungsbedarf auch bestimmt durch seinen Gesundheitszustand und seine Aktivität.
  • Investiere am besten etwas Geld in eine professionelle Bedarfskalkulation (ein Blutbild allein reicht nicht aus – ein Blutbild zeigt viele Ergebnisse die für die Fütterung nicht relevant sind). Im Internet gibt es verschiedene Bedarfsrechner. Diese verallgemeinern jedoch zwangsläufig. Eine bessere Analyse erhältst du bei einem Tierarzt, der sich auf Ernährung spezialisiert hat. Auch die Lehrstühle an der tiermedizinischen Fakultät einer Universität können helfen.
  • Achtung - es gibt Studien die zeigen, daß 80% aller durch BARF ernährten Hunde unausgewogen ernährt werden!
  • Gleichzeitig sollte darauf geachtet werden, dass wenig Schlund gefüttert wird, die Schilddrüsenhormone enthalten …
  • Neben Fertigfutter kannst du das Futter deines Hundes auch selbst zusammenstellen. Dazu nutzt du mehrere Einzelfutterfamilien und Futtermittelgruppen. Diese Methode ist im Vergleich zeitaufwendig. Aber so kannst du deinem Hund jeden Tag ein schmackhaftes und frisches Menü zusammenstellen. Die Zusammensetzung seiner Mahlzeit kennst du nun ebenfalls ganz genau.
  • Selbstgefangens und selbstweggefundenes Fressen ist bei den Zweibeinern nicht so beliebt, aber oft sehr schmackhaft … und na ja so mal als Snack für zwischendurch …
  • Für was für eine Fütterung ihr euch auch immer entscheidet … es soll uns Vierbeinern schmecken und alles enthalten was wir brauchen …

und wie so oft – eine „gesunde Mischung“ macht´s … denn wir sind Carni Omnivora (Allesfresser) …

… in diesem Sinne … „Guten Appetit“ …