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Hundeernährung Ideologien und Wirklichkeit ...

Schauen wir uns zuerst einmal die Begriffsbestimmung des Wortes Ideologie an:

Ideo·lo·gie
/Ideologié/
Substantiv, feminin [die]
  1. 1.
    an eine soziale Gruppe, eine Kultur o. Ä. gebundenes System von Weltanschauungen, Grundeinstellungen und Wertungen
    "eine bürgerliche, demokratische Ideologie"
  2. 2.
    politische Theorie, in der Ideen (2) der Erreichung politischer und wirtschaftlicher Ziele dienen (besonders in totalitären Systemen)
    "eine faschistische, kommunistische Ideologie"
  3. 3.
    weltfremde Theorie

 

Warum, welche Ernährung für einen Hund gesund ist, wird diskutiert und gestritten. Dabei stehen vor allem die Ernährungskonzepte im Vordergrund. Soll der Hund Trockenfutter fressen? Dosenfutter? Soll er gebarft werden? Oder gar nach der Prey-Methode gefüttert werden? Oder Kochen … wie wäre es mit Kochen?

 

Was ist der Unterschied zwischen Barf und Prey? Ist das nicht das gleiche? Nein, nicht ganz.

Obwohl auch beim Barfen versucht wird, die Zusammensetzung ganzer Beutetiere nachzubilden, gibt es einen entscheidenden Unterschied: Bei der Prey-Methode werden keinerlei Zusätze gefüttert, d.h. weder zusätzliche pflanzliche Stoffe wie Obst, Gemüse oder Kräuter noch Öl, Meeresalgen etc. Stattdessen werden möglichst ganze Tiere verfüttert oder zumindest alle Bestandteile inclusive Blut, Fell, Mageninhalt und Kot von Pflanzenfressern. Insbesondere die letzten drei machen etwa 20% des Gewichts eines Beutetiers aus und das ist genau der Bestandteil, der beim Barfen durch Gemüse und Obst ersetzt wird.

 

Im Prinzip ist es nicht anders als bei der menschlichen Ernährung. Konzepte kommen und gehen. ...

 

Erstaunlich wenig Beachtung schenkt man dabei tatsächlich den einzelnen Nahrungskomponenten.

 

  • Fertigfutter besteht teils aus oft schon exotisch anmutenden Komponenten - die Zutatenliste ist oft sehr umfangreich und mit vielen verschiedenen Nummern und kaum lesbaren Begriffen angegeben ... aber auch hier gibt es  Unterschiede ... und generell enthält ein Fertigfutter (meist) alle erforderlichen Bestandteile die ein Hund benötigt ...
  • Beim Barfen wird den zugesetzten Ergänzungen wie z.B. Kräutern mehr Aufmerksamkeit geschenkt, als den Nahrungsmitteln selber. Und die Hundehalter fragen sich, ob XXYg Fleisch wohl ausreichen und XXYg Gemüse vielleicht zu viel sind.
  • Es kommt vor allem darauf an, den Hund mit Nahrungsmitteln zu versorgen, die ihn gut mit den benötigten Nährstoffen versorgen können. Denn ob die 122g Rindfleisch wirklich die benötigten 28g Rohprotein beinhalten, das hängt von vielen Faktoren ab und das kann man als Laie nicht wirklich wissen.
  • Schlimm sind daher auch diese ideologisch angehauchten Äußerung von Vertretern der einen oder der anderen Fütterung, dass diese die einzige wahre und "artgerechte" Fütterung des Vierbeiners ist ...
  • Oft werden Hundehalter von" BARF-Ideologen", die ihren Hund mit Fertigfutter füttern, in diversen Hundeforen und Portalen regelrecht als "Tierquäler" bezeichnet ... und ihnen ein schlechtes Gewissen suggeriert, was ihrem vierbeinigen Freund da zumuten ... 
  • Doch BARFEN ist nicht gleich BARFEN - und auch da gilt es sich genau damit zu beschäftigen und eine professionelle Bedarfsberechnung von einem Tierarzt oder Ernährungsberater erstellen zu lassen. Nur mal ein wenig drüber zu lesen oder sich im Internet schlau zu machen, reicht oft nicht aus, seinen Vierbeiner gesund und ohne Mangelerscheinungen zu ernähren.
  • Vegetarische oder vegane Ernährung von Hunden? Theoretisch gesehen ist es möglich, einen erwachsenen Hund rein vegetarisch zu ernähren – wenn auch, vor allem bei der veganen Ernährung, mit erwiesenen Risiken. Um dem Tier nicht zu schaden, sollte ein Hundebesitzer das Futter langsam in den "Modus fleischfrei" fahren, sinnvollerweise unter tierärztlicher Aufsicht.
  • Vor der radikalen Futterumstellung sollte jedoch in jedem Fall die Frage von Herrchen oder Frauchen an sich selbst stehen: Warum möchte ich mein Tier überhaupt vegetarisch ernähren – aus gesundheitlichen Gründen, oder spielen hierbei allein meine ethischen bzw. ideologischen Bedenken die entscheidende Rolle? 
  • Sinnvoll ist es auch, die Ursprungsfrage, ob man seinen Hund vegetarisch ernähren kann, einmal auf den Kopf zu stellen: Will mein Tier denn überhaupt vegetarisch ernährt werden? Anders ausgedrückt: Gäben wir dem Vierbeiner die Möglichkeit zu wählen, welche Kost – pflanzlich oder tierisch – würde er vorziehen?

 

Die TOP 5 der gesunden Nahrungsmittel für den Hund:

  • Fleisch ist für Hunde – wie auch für Menschen – sehr gesund. Es enthält eine Zusammenstellung von Aminosäuren, welche für den hündischen Organismus optimal sind. Über die Ernährung mit Fleisch erhält er alle Aminosäuren, die er benötigt, in sehr hochwertiger Form.
  • Dabei kommt es gar nicht so sehr darauf an, welche Tierart man wählt. Wichtig ist vor allem, dass das Tier selber, von dem das Fleisch stammt, artgerecht und somit nährstoffreich ernährt wurde. Nur so ist es möglich, dass auch der Hund aus dem Fleisch einen hohen Anteil Nährstoffe erhalten kann.
  • Im Fleisch steckt natürlich noch mehr drin, außer den Proteinen. Auch viele Mineralstoffe und Vitamine sind im Fleisch enthalten. Dies aber wie gesagt vor allem, wenn auch das Nutztier ordentlich gefüttert wurde. In billigem Fleisch sind außerdem viele potentiell schädigende Stoffe wie Rückstände von Medikamenten, Hormone, etc. enthalten, welche den hündischen Organismus belasten. Billiges Fleisch liefert also weniger Nährstoffe, dafür mehr schädigende Substanzen. Deshalb lieber kleinere Mengen teures Fleisch füttern, als exakt nach irgendwelchen Berechnungsformeln abgewogene Mengen billiges Fleisch.
  • Brokkoli gilt unter den deutschen Gemüsesorten als Spitzenreiter. Dies betrifft sowohl seine gesunden Inhaltsstoffe, als auch seine Beliebtheit.
  • Er weist viele Vitalstoffe auf, enthält u. a. Calcium, Magnesium, Eisen und einen recht hohen Anteil Vitamin C. Sein herausragender Inhaltsstoff sind aber die Isothiocyanate, welche für ihre krebshemmenden Eigenschaften bekannt sind.
  • Diese Isothiocyanate regen Enzyme an, die die Körperzellen entgiften und potenziell krebserregende Substanzen entschärfen.
  • Brokkoli ist also eine gute Futterkomponente zur Krebsprävention, mittlerweile der Todesursache Nr. 1 bei Hunden. Wie bei allen Kohlsorten sollte man allerdings nicht zu große Mengen auf einmal füttern, da es sonst zu Unverträglichkeitsreaktionen kommen kann, wie z.B. Blähungen. 

Am besten ist Gemüse immer frisch und sollte dem Hund natürlich fein püriert gefüttert werden, damit er die Nährstoffe daraus aufnehmen kann.

Kefir oder Buttermilch - Mittlerweile hat es sich rumgesprochen, wie wichtig die Darmbakterien für die Gesundheit sind. Darmsanierungen sind aktuell voll im Trend. Im Darm befindet sich der größte Teil des Immunsystems und die Darmflora mit ihren vielen Bakterien spielt dabei eine immens wichtige Rolle. Kefir oder Buttermilch enthält eine Menge solcher wichtigen, probiotisch (=für das Leben) wirkenden Keime und gilt deshalb als das „Getränk der Hundertjährigen“.

Neben den Milchsäurebakterien enthält Kefir auch Kalzium, Eisen, Jod, und B-Vitamine. Die meisten Hunde finden Kefir und Buttermilch ausgesprochen lecker. 

Es  empfiehlt sich, 1x tgl. einen Schuss Kefir zu einer Futterration zu geben.

  • Lachs/Fisch enthält zunächst einmal natürlich – wie Fleisch – viele gute Proteine. Auch hier findet man eine gute Zusammensetzung der benötigten Aminosäuren.
  • Aber der Lachs kann noch mehr. Da der Lachs in kalten Gewässern wohnt, ist er durch eine dicke Fettschicht vor der Kälte geschützt. Diese Fettschicht enthält einen großen Anteil der ausgesprochen guten Omega-3-Fettsäuren.
  • Die Omega-3-Fettsäuren haben eine Reihe guter Eigenschaften, so liefern sie Bausteine für das Gehirn, verbessern Hirnleistung und Lernfähigkeit, wirken gefäßerweiternd, entzündungshemmend, blutdrucksenkend, immunstimulierend und noch einiges mehr.

Der Hund darf gerne 1-2-mal die Woche Fisch fressen.

  • Die Petersilie ist eins der beliebtesten Küchenkräuter. 
  • Ist reich an Vit. C, enthält viel Beta-Carotin (Vorstufe von Vit. A), sowie Vit. E, viele B-Vitamine, Vit. K und auch Mineralstoffe wie Eisen, Kalium oder auch Zink.
  • Die Farbe lässt erkennen, dass Petersilie einen hohen Anteil Chlorophyll enthält, das eine blutreinigende Wirkung hat und Leber und Nieren unterstützt. Die enthaltenen ätherischen Öle sollen u. a. krebshemmende Eigenschaften haben.
  • Sehr bekannt ist auch seine geruchsbindende Eigenschaft, der Konsum von Petersilie kann sich daher positiv auf Körper- und Maulgeruch auswirken. Hierbei sollte man allerdings bedenken, dass schlechter Geruch immer eine Ursache hat, wie z.B. eine Überlastung des Organismus mit Schadstoffen.
  • 2-3 mal die Woche, je nach Größe des Hunde 1TL-1EL mit dem Gemüse pürieren und füttern. Nicht bei schwer nierenkranken Hunden anwenden wegen dem hohen Kalium-Gehalt.
  • Grundsätzlich sollte sich jeder Hundehalter überlegen, was für eine Art der Fütterung er für seinen Hund möchte und was die  beste und gesündeste für seinen, "speziellen" , Hund ist ...
  • Gleichzeitig sollte jeder sich von seinen menschlichen Vorstellungen und "Ideologien" verabschieden und auf die ganz individuellen Bedürfnisse des eigenen Vierbeiners eingehen ...
  • Frauchen und Herrchen sollten sich fragen? Wie würde mein Hund entscheiden, wenn er könnte?
  • Und  wie so oft im Leben ist eine gute Mischung von allem, das beste ...

 

Ein langes und gesundes Leben mit euren Vierbeinern wünscht euch ...

 

Florittos Frauchen